Aufbau der Web-Adresse

Internet-Enthusiasten und Internet-Kritiker sind wohl einer Meinung, wenn Sie behaupten, im Internet – speziell im WWW – gibt es nichts, was es nicht gibt. Man muss nur die Adresse kennen. Sie haben Recht damit. Deshalb fällt es Einsteigern mitunter schwer, die richtige Adresse (URL = Uniform Resource Locator) für den Anfang zu finden. Dies kann sinnvollerweise die Adresse eines Portals sein, welches einige Unternehmen der Internet-Branche anbieten, oder die einer Suchmaschine. Fairerweise muss man sagen, dass beide Begriffe immer stärker miteinander verschmelzen und mitunter nicht mehr eindeutig voneinander getrennt werden können.

Sollten Sie die Adresse bereits kennen, die Sie aufrufen möchten, geben Sie diese direkt in die Adresszeile des Browsers ein. Sind Sie erst einmal im Internet, ergeben sich meist weitere Adressen per Mausklick.

Beispiel einer Adresse (URL)

Protokoll3rd Level Domain2 nd Level DomainTop Level DomainPfadDatei
http://wwwinternet-manualde/dienste-im-internet/index.php

Erläuterung

Protokoll

Das Übertragungsprotokoll gibt an, welcher Internet-Dienst gestartet werden soll. Wenn Sie das Protokoll nicht angeben, wird vom Browser automatisch http:// ergänzt. Also nicht mehr als nötig eingeben, sonst stolpern Sie noch über Schreibfehler!
Folgende Dienste können Sie mit der Eingabe des Protokolls starten:

  • http:// steht für Hypertext Transfer Protocol,
  • https:// als HTTP-Variante für sichere Datenübertragung, z.B. beim Telebanking oder Teleshopping,
  • ftp:// steht für File Transfer Protocol,
  • mailto: startet den E-Mail-Dienst mit dem E-Mail-Programm, welches als Standard eingestellt ist,
  • news: startet den Newsreader, welcher als Standard eingestellt ist.

Beachten Sie, dass nicht alle angegebenen Protokolle vom Browser verarbeitet werden. Kann der Browser ein bestimmtes Protokoll nicht darstellen, startet er automatisch das zugehörige Client-Programm.

3rd Level Domain

www verweist als Subdomain eindeutig auf einen Host mit WWW-Inhalten.

2nd Level Domain

mcs24 ist der eigentliche Domain-Name und weist auf den Betreiber des Servers hin. Genau genommen handelt es sich hierbei aber auch um eine Subdomain. Subdomains sind hierarchisch strukturiert und werden durch Punkte voneinander getrennt.

Top Level Domain

Die Top Level Domain gibt das Land an, in dem sich der Host befindet oder die thematische Zugehörigkeit. Dementsprechend spricht man von nationalen TLDs (nTLDs), die nach einem Zwei-Buchstaben-Ländercode nach ISO 3166 gebildet werden und von generischen TLDs (gTLDs). In unserer Statistik sind alle nTLDs und gTLDs nach der Anzahl der an das Internet angeschlossenen Host-Rechner in ihrer Reihenfolge aufgeführt.

Die gTLD com gibt an, dass es sich beim Betreiber mcs24 um einen kommerziellen Anbieter handelt.

ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) verwaltet die Zuweisung der Domain-Namen.

Pfad

Der Pfad gibt das Verzeichnis auf dem Server an, in welchem sich die Datei befindet. Pfadangaben werden mit ‘/’ voneinander getrennt.

Datei

Der Dateiname gibt an, welche Datei im angegebenen Verzeichnis aufgerufen werden soll.

Der Dateiname index kennzeichnet die Homepage bzw. Startseite eines Verzeichnisses. Möchten Sie die Homepage eines Verzeichnisses aufrufen, kann der Dateiname entfallen, denn wenn in der Adresse ein Dateiname fehlt, wird automatisch eine Datei mit dem Namen index gesucht.

Übersicht über die Top Level Domains

Die Top Level Domains werden unterschieden in national Top Level Domains (nTLDs) bzw. country code Top Level Domains (ccTLDs) und generic Top Level Domains (gTLDs).

Zweistellige nationale Top Level Domain (nTLD bzw. ccTLD)

jpJapan
deDeutschland
brBrasilien
itItalien
cnChina
mxMexiko
frFrankreich
auAustralien

Dreistellige generische Top Level Domain (gTLD)

Als das Internet noch auf den US-Markt beschränkt war, wurden die Domains nach Sektoren eingeteilt. Solche nicht länderspezifischen Top Level Domains werden generic Top Level Domains (gTLDs) genannt. Diese Einteilung der Domains nach Sektoren hat zum einen dazu geführt, dass der Domain-Name us für die USA relativ wenig verbreitet ist und zum anderen, dass durch die heute weltweite Verbreitung des Internet die gTLDs nicht nur auf die USA beschränkt sind. Die klassischen gTLDs sind folgende:

netNetzbetreiber
comUnternehmen
eduBildungseinrichtungen und Institute der USA
milEinrichtungen des US-Militärs
govEinrichtungen der US-Regierung
orgOrganisationen
intInternationale Organisationen

Neue generische Top Level Domains (gTLDs)

Da der Adressvorrat der gTLDs aufgrund der weltweiten Einmaligkeit beschränkt ist, wurde bereits 1998 beschlossen, zusätzliche gTLDs einzuführen. Die Einführung neuer gTLDs wird von der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) koordiniert. Aus den zahlreichen Vorschlägen verschiedener Internet-Unternehmen wurden bereits neue gTLDs eingeführt:

bizUnternehmen
infoInformationsanbieter
coopGenossenschaften
travelReiseveranstalter
namePersonennamen
mobiMobilfunk
aeroLuftverkehr
proBerufsgruppen
jobsJobs
telTelefonanbieter
museumMuseen

Besonderheiten: Mischen von generischen und nationalen TLDs

In einigen Ländern, wie z.B. Japan, Großbritannien und Australien werden generische und nationale TLDs gemischt. Drei Beispiele sollen das verdeutlichen:

http://www.nies.go.jpRegierungsrechner (gov) aus Japan (jp)
http://www.yahoo.co.ukkommerzieller Rechner (com) aus Großbritannien (uk)
http://www.also.org.auRechner einer Organisation (org) aus Australien (au)
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